Smart Q

Software nach Maß

Wie findet ein modernes Software-Unternehmen geeignete Mitarbeitende? Welche Voraussetzungen und Eigenschaften muss jemand mitbringen, der/die dort anfangen möchte? Darüber sprach Frauen im Fokus mit Vertreter:innen von smart-Q im Bochumer Technologiequartier. Vorab sei verraten: Ein abgeschlossenes Studium oder eine Ausbildung sind nicht zwingende Voraussetzung.


An der Betreuung von Palliativpatient:innen sind viele Menschen beteiligt, darunter Pflegepersonal, Ärzt:innen, Besuchsdienste, Physiotherapeut:innen und Apotheken. Ihre Arbeit muss koordiniert und dokumentiert werden – dank ISPC kein Problem. Diese innovative Software stammt aus dem Bochumer Unternehmen smart-Q, das Daniel Zenz vor 12 Jahren gründete. Damals war das Bochumer Palliativnetz auf der Suche nach einer maßgeschneiderten IT-Lösung und wandte sich an den jungen Programmierer. Zenz erkannte schnell, dass neben der reinen Programmierleistung auch weitere Kriterien wie Datenschutz- und andere gesetzliche und Sicherheitsvorgaben berücksichtigt werden mussten. Mit der Gründung eines Start-ups stellte Daniel Zenz seine Arbeit juristisch auf feste Füße und legte los. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, und heute vertrauen 500 Firmenkunden der Software von smart-Q. Aus gutem Grund, wie der Inhaber erklärt: „Unser Geschäftserfolg beruht letztendlich darauf, dass wir unseren Kunden zuhören. Niemand weiß schließlich besser als sie, was ein Programm können muss, um ihnen die Arbeit auf digitaler Ebene zu erleichtern. Im Gespräch mit unseren Kunden erfahren wir, was ihnen gefällt und vor allem, was sie im alltäglichen Umgang mit der Software vermissen.“

Team Smart Q

Organisches Wachstum

Auf der Basis dieses steten, intensiven Zuhörens entstand im Laufe der Jahre ein Portfolio von einem Dutzend Software-Lösungen für den medizinischen Anwendungsbereich. Parallel wuchs das Unternehmen von Daniel Zenz, das Team wurde nach und nach größer. Seit sechs Jahren ist auch seine Ehefrau mit an Bord. Kristina Zenz lacht: „Ursprünglich hatte ich mit IT nichts zu tun. Ich bin studierte Sozialpädagogin und habe unter anderem in der Jugendhilfe gearbeitet.“ Nach der Geburt des zweiten gemeinsamen Kindes beschloss sie, sich beruflich zu verändern. Da sich im Unternehmen ihres Mannes zeitgleich abzeichnete, dass dringend jemand gebraucht wurde, der sich um Verwaltung, Buchhaltung und Personal kümmerte, war es fast schon eine logische Folge, dass Kristina Zenz mit bei smart-Q einstieg.

Heiß begehrt: Fachkräfte

In Zeiten des Fachkräftemangels nimmt die Suche nach passenden Mitarbeitenden einen großen Raum ihrer Arbeit ein. „Wir suchen mit der Lupe nach neuen Leuten. Das Arbeitsamt sagte neulich noch, Bochum als boomender IT-Standort sei so ungefähr das neue Silicon Valley“, beschreibt Kristina Zenz die Lage auf dem Stellenmarkt in ihrer Branche. Sie sucht ständig nach neuen Mitarbeitenden, sondiert Bewerbungen vor und führt dann gemeinsam mit ihrem Mann die Vorstellungsgespräche.

„Fachleute fürs Programmieren sind extrem schwer zu finden“, so Daniel Zenz. „Viele halten sich selbst für gute Programmierer und halten aber nicht, was sie versprechen. Auch Zeugnisse sagen letztendlich wenig über die persönliche Eignung aus.“ Um die Spreu vom Weizen zu trennen, entwickelte er einen speziellen Test für Bewerber:innen, Durchfallquote: 80 Prozent. „Die Aufgabe klingt erstmal banal, ist aber im Detail sehr anspruchsvoll. Denn genau darum geht es uns: Dass jemand, der bei uns anfängt, den richtigen Spirit mitbringt. Dass von Anfang an auch die Probleme von morgen mitgedacht werden, zum Beispiel die Themen IT-Sicherheit, Pflegbarkeit und Datenschutz.“

Seine Frau ergänzt: „Wir sind eine kleine, aber sehr dynamische Firma, wir müssen schnell auf Entwicklungen im Markt reagieren und etwa bei Sicherheitsbedrohungen ganz schnell sein. Egal, welche Sprache, welches Geschlecht, welches Alter – man muss zu unserer Unternehmensmentalität passen.

Kristina Zenz

Frau wächst mit ihren Aufgaben

Das trifft hundertprozentig auf die Projektkoordinatorinnen Carina Weiß und Tanja Schäfer zu, die beide extra für das Gespräch mit Frauen im Fokus aus ihrer Elternzeit auf eine Stippvisite ins Unternehmen gekommen sind. Carina Weiß‘ Hauptarbeitsbereich ist das Produkt EthikPool: „Mit dieser Software arbeiten Ethik-Kommissionen im ganzen Land, beispielsweise wenn ein neues Medizinprodukt auf den Markt kommt, das bewilligt werden muss. Das gesamte Verfahren läuft über EthikPool – vom Antrag über die Beurteilung bis zur Freigabe. Gerade in Corona-Zeiten wurde das Produkt stark nachgefragt. Unser Marktanteil liegt momentan bei 50 Prozent.“ Die gelernte Bürokauffrau hat bei smart-Q ihren Traumjob gefunden: „Ich war damals alleinerziehend mit einem kleinen Sohn und froh, dass man hier keine Vorurteile hatte. Mir hat es Spaß gemacht, mich in den neuen Job reinzuarbeiten. Und wenn mein Sohn mal krank war, konnte ich problemlos von zu Hause arbeiten. Das geht alles, man muss es nur wollen“, ist sich die 29-Jährige sicher. Und bekommt noch ein Lob vom Chef: „Frau Weiß ist ein gutes Beispiel dafür, dass es im Grunde egal ist, wo man herkommt und was man gelernt hat. Es geht darum, strukturiert und gewissenhaft zu arbeiten, sich Expertenwissen draufzuschaffen und gut mit den Kunden kommunizieren zu können. Und da ist sie ganz vorne mit dabei!“

Auch Tanja Schäfer ist von Haus aus Bürokauffrau. Durch eine frühere Tätigkeit im Krankenhaus brachte sie eine Affinität zu Gesundheitsthemen mit. Sie ist eine, die, so Zenz, „zehn Sachen gleichzeitig machen kann“. Zu ihren Spezialgebieten zählen u. a. die Planung von Kongressen, die Betreuung der Software PainPool oder auch mal die Kreation von Studienfragebögen. „Frau wächst mit ihren Aufgaben“, schmunzelt die junge Mutter, die ihre Rückkehr aus der Elternzeit in den Beruf kaum erwarten kann.

 

„Der Job hier ist abwechslungsreich, ich kann mich immer wieder in neue Aufgaben reinfuchsen, ständig kommen neue Herausforderungen auf mich zu … und irgendwie klappt es immer.“

Tanja Schäfer

Allrounderin, Smart Q

Infos zu Smart Q

smart-Q ist ein Software-Entwickler mit Sitz im Technologiequartier Bochum. Das Unternehmen unter CEO Daniel Zenz ist auf Lösungen für den medizinischen Anwendungsbereich spezialisiert. Aktuell hat smart-Q ein gutes Dutzend Produkte im Portfolio und betreut deutschlandweit rund 500 Firmenkunden mit 6000 Anwender:innen. Das Team besteht aus 20 Mitarbeitenden, von denen sieben weiblich sind.

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